Iso Grifo GL 350
Highlights
Daten & Fakten
Dieses Fahrzeug
Dieser Iso Grifo GL 350 wurde laut vorliegender Datenkarte (Build Sheet) am Mai 1966 im Werk fertig gestellt. Es handelt sich um ein frühes Modell aus der Vorserie, die noch bei Bertone gefertigt wurden. Sie waren reine Zweisitzer, bei denen das Ersatzrad direkt oberhalb der Hinterachse unsichtbar im Innenraum platziert und vom Kofferraum aus zugänglich ist. Dieses Exemplar war das Premierenfahrzeug für den deutschen Markt – ausgeliefert an den deutschen Generalimporteur Auto Becker in Düsseldorf. Das Farbschema war „Oro Longchamps“ (goldmetallic) mit einem Lederinterieur in Rot. Die Ausstattung umfasste einen leistungs-gesteigerten Motor („Elaborato“), eine lang übersetzte Hinterachse (2,88:1) sowie Speichenräder.
Im Jahr 1985 wurde der Iso Grifo nach Schweden importiert und hatte dort nur wenige Besitzer. Dann entdeckte ein bekannter Iso-Enthusiast – und versierter Experte – aus dem Raum Hamburg den Grifo in Stockholm und erwarb den sportlichen Gran Turismo 2011.
Im Jahr 2014 begann dieser eine Komplettrestaurierung, die auf sehr hohem Niveau durchgeführt und im Frühsommer 2021 vollendet wurde. Als Referenzexemplar für die Karosserie-instandsetzung stand sein unfallfreies Exemplar im erstklassigen Originalzustand aus der ehemaligen Monteverdi-Sammlung zur Verfügung. So ist auch die filigrane Frontpartie exakt nach den originalen Spezifikationen restauriert worden, was bei zahlreichen restaurierten Fahrzeugen nicht der Fall ist. Die aufwendigen Karosseriearbeiten erfolgten bei einem sehr erfahrenen Karosseriebau-/Restaurationsbetrieb in Hamburg. Auch im Innenraum ist auf kleinste Details geachtet worden: so ist das Leder im Iso-Originalfarbton „Havanna“ in glanzpatiniertem Leder und die Rückenlehnen mit Stanzung nach originalem Bertone-Muster ausgeführt. Auch die gesamte Technik wurde entsprechend überholt. Diese umfangreichen Arbeiten sind mit zahlreichen Fotos und Rechnungen dokumentiert.
Nach Abschluss der Restaurierung wurde der Sportwagen an einen Automobil-Enthusiasten in Hamburg verkauft, der den Iso bis heute besitzt. Mangels Zeit möchte er den Wagen an jemanden abgeben, der dieses rassige Sportcoupé nutzen, fahren und genießen möchte.
Dieser herausragende Iso Grifo GL 350 besticht durch seine hochwertige Restaurierung mit viel Liebe zum Detail sowie eine exzellente, überholte Technik. Laut der Datenkarte verfügt dieses Exemplar noch über seinen ersten, originalen Motor („Matching Numbers“) sowie ein 5-Gang Schaltgetriebe. Die attraktive, stilvolle Farbkombination aus Grigio Medio Metallic mit braunem Lederinterieur verleiht dem Sportwagen einen zeitlosen und dennoch mondänen Touch. Dazu passen die verchromten Borrani Kreuzspeichenfelgen mit Zentralverschlüssen hervorragend.
Ein derart aufwendig neuaufgebauter Iso Grifo ist eine exklusive Gelegenheit – zumal es sich um ein seltenes Exemplar der „limitierten“ Vorserie als reiner Zweisitzer und das Premierenfahrzeug für den deutschen Markt handelt.
Ein Iso Grifo ist einer der faszinierendsten Sportwagen der italienischen Automobilgeschichte. Er verbindet italienische Grandezza und Dolce Vita mit zuverlässiger, kraftvoller US-Antriebstechnik – eine sehr gelungene Kombination, die insbesondere der Fahrbarkeit und Fahrfreude zugutekommt. Gleichwohl steht ein Iso Grifo eher für Understatement als für effekthascherische Präsenz. So ist man mit einem Iso Grifo stets stilvoll und dezent unterwegs aber dank seiner „Exoten-Stellung“ zugleich stets im Mittelpunkt des Interesses.
Modellgeschichte
Den Prototyp des Grifo präsentierte die Marke Iso Rivolta bereits Ende 1963 auf dem Autosalon in Turin: ein zweisitziger Gran Turismo, kreiert von Gior Giugiaro – dem Designchef bei Bertone. Die technische und konzeptionelle Entwicklung war maßgeblich von Giogetto Bizzarrini mitbestimmt worden – ein ehemaliger Ferrari-Mitarbeiter, der in Modena etliche Top-Fahrzeuge entwickelt hatte. Die Bezeichnung „Grifo“ ist das italienische Wort für den Raubvogel Greif.
Nach dem viersitzigen Coupé Iso Rivolta IR 300 von 1962 war der konzeptionell sehr ähnliche Iso Grifo das zweite Modell der Marke, als Zweisitzer aber sportlicher ausgelegt. Die elegante Fastback-Linienführung mit der Panorama-Heckscheibe und der langen Motorhaube war ein großer Wurf. So sah sich der Gründer der Marke, Renzo Rivolta, als Inhaber von „ISO Automotoveicoli“ zu Recht in der Topliga italienischer Sportwagenhersteller angekommen. Die Serienfertigung begann 1964/1965 in geringen Stückzahlen.
Motorseitig war das Basismodell von 1965 bis 1972 der Iso Grifo GL 300 bzw. GL 350. Er verfügte über keine kapriziöse italienische Eigenkonstruktion, sondern einen 5,4 Liter großen V8 aus der Chevrolet Corvette von General Motors. Die Motorleistung lag je nach Spezifikation zwischen 300 und 395 PS. So hatte der GL 300 etwa 300 PS und der GL 350 entsprechend 350 PS. Letztere Variante erreichte eine Geschwindigkeit von rund 250 km/h.
1968 kam mit dem „7 Litri“ das Nonplusultra der ersten Serie auf den Markt. Seine 7 Liter große Variante leistete knapp 400 PS und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von fast 300 km/h. Das Nachfolgemodell des „7 Litri“ war von 1970 bis 1972 der Grifo „Can Am“ mit einer 7,4 Liter großen Version des gleichen Triebwerks, die 406 PS parat hielt. Parallel gab es eine 5,7 Liter große Motorisierung des Chevrolet Turbofire mit Leistungen zwischen 300 und 365 PS.
Die hybride Kombination war seinerzeit durchaus populär und erlaubte dem Fahrer einen vergleichsweisen entspannten Genuss, war das ausgereifte US-Aggregat doch schon tausendfach bewährt und somit unkompliziert und zuverlässig. Diese Antriebtechnik wurde kombiniert mit den positiven Eigenschaften, die Italien zu bieten hatte: Design, Stil und Handwerkskunst.
Von 1965 bis 1974 wurden insgesamt 412 Exemplare des Iso Grifo gefertigt, davon entfielen 70 Fahrzeuge auf den „7 Litri“ und 25 auf den „Can Am“.
Dieses Fahrzeug
Dieser Iso Grifo GL 350 wurde laut vorliegender Datenkarte (Build Sheet) am Mai 1966 im Werk fertig gestellt. Es handelt sich um ein frühes Modell aus der Vorserie, die noch bei Bertone gefertigt wurden. Sie waren reine Zweisitzer, bei denen das Ersatzrad direkt oberhalb der Hinterachse unsichtbar im Innenraum platziert und vom Kofferraum aus zugänglich ist. Dieses Exemplar war das Premierenfahrzeug für den deutschen Markt – ausgeliefert an den deutschen Generalimporteur Auto Becker in Düsseldorf. Das Farbschema war „Oro Longchamps“ (goldmetallic) mit einem Lederinterieur in Rot. Die Ausstattung umfasste einen leistungs-gesteigerten Motor („Elaborato“), eine lang übersetzte Hinterachse (2,88:1) sowie Speichenräder.
Im Jahr 1985 wurde der Iso Grifo nach Schweden importiert und hatte dort nur wenige Besitzer. Dann entdeckte ein bekannter Iso-Enthusiast – und versierter Experte – aus dem Raum Hamburg den Grifo in Stockholm und erwarb den sportlichen Gran Turismo 2011.
Im Jahr 2014 begann dieser eine Komplettrestaurierung, die auf sehr hohem Niveau durchgeführt und im Frühsommer 2021 vollendet wurde. Als Referenzexemplar für die Karosserie-instandsetzung stand sein unfallfreies Exemplar im erstklassigen Originalzustand aus der ehemaligen Monteverdi-Sammlung zur Verfügung. So ist auch die filigrane Frontpartie exakt nach den originalen Spezifikationen restauriert worden, was bei zahlreichen restaurierten Fahrzeugen nicht der Fall ist. Die aufwendigen Karosseriearbeiten erfolgten bei einem sehr erfahrenen Karosseriebau-/Restaurationsbetrieb in Hamburg. Auch im Innenraum ist auf kleinste Details geachtet worden: so ist das Leder im Iso-Originalfarbton „Havanna“ in glanzpatiniertem Leder und die Rückenlehnen mit Stanzung nach originalem Bertone-Muster ausgeführt. Auch die gesamte Technik wurde entsprechend überholt. Diese umfangreichen Arbeiten sind mit zahlreichen Fotos und Rechnungen dokumentiert.
Nach Abschluss der Restaurierung wurde der Sportwagen an einen Automobil-Enthusiasten in Hamburg verkauft, der den Iso bis heute besitzt. Mangels Zeit möchte er den Wagen an jemanden abgeben, der dieses rassige Sportcoupé nutzen, fahren und genießen möchte.
Dieser herausragende Iso Grifo GL 350 besticht durch seine hochwertige Restaurierung mit viel Liebe zum Detail sowie eine exzellente, überholte Technik. Laut der Datenkarte verfügt dieses Exemplar noch über seinen ersten, originalen Motor („Matching Numbers“) sowie ein 5-Gang Schaltgetriebe. Die attraktive, stilvolle Farbkombination aus Grigio Medio Metallic mit braunem Lederinterieur verleiht dem Sportwagen einen zeitlosen und dennoch mondänen Touch. Dazu passen die verchromten Borrani Kreuzspeichenfelgen mit Zentralverschlüssen hervorragend.
Ein derart aufwendig neuaufgebauter Iso Grifo ist eine exklusive Gelegenheit – zumal es sich um ein seltenes Exemplar der „limitierten“ Vorserie als reiner Zweisitzer und das Premierenfahrzeug für den deutschen Markt handelt.
Ein Iso Grifo ist einer der faszinierendsten Sportwagen der italienischen Automobilgeschichte. Er verbindet italienische Grandezza und Dolce Vita mit zuverlässiger, kraftvoller US-Antriebstechnik – eine sehr gelungene Kombination, die insbesondere der Fahrbarkeit und Fahrfreude zugutekommt. Gleichwohl steht ein Iso Grifo eher für Understatement als für effekthascherische Präsenz. So ist man mit einem Iso Grifo stets stilvoll und dezent unterwegs aber dank seiner „Exoten-Stellung“ zugleich stets im Mittelpunkt des Interesses.
Modellgeschichte
Den Prototyp des Grifo präsentierte die Marke Iso Rivolta bereits Ende 1963 auf dem Autosalon in Turin: ein zweisitziger Gran Turismo, kreiert von Gior Giugiaro – dem Designchef bei Bertone. Die technische und konzeptionelle Entwicklung war maßgeblich von Giogetto Bizzarrini mitbestimmt worden – ein ehemaliger Ferrari-Mitarbeiter, der in Modena etliche Top-Fahrzeuge entwickelt hatte. Die Bezeichnung „Grifo“ ist das italienische Wort für den Raubvogel Greif.
Nach dem viersitzigen Coupé Iso Rivolta IR 300 von 1962 war der konzeptionell sehr ähnliche Iso Grifo das zweite Modell der Marke, als Zweisitzer aber sportlicher ausgelegt. Die elegante Fastback-Linienführung mit der Panorama-Heckscheibe und der langen Motorhaube war ein großer Wurf. So sah sich der Gründer der Marke, Renzo Rivolta, als Inhaber von „ISO Automotoveicoli“ zu Recht in der Topliga italienischer Sportwagenhersteller angekommen. Die Serienfertigung begann 1964/1965 in geringen Stückzahlen.
Motorseitig war das Basismodell von 1965 bis 1972 der Iso Grifo GL 300 bzw. GL 350. Er verfügte über keine kapriziöse italienische Eigenkonstruktion, sondern einen 5,4 Liter großen V8 aus der Chevrolet Corvette von General Motors. Die Motorleistung lag je nach Spezifikation zwischen 300 und 395 PS. So hatte der GL 300 etwa 300 PS und der GL 350 entsprechend 350 PS. Letztere Variante erreichte eine Geschwindigkeit von rund 250 km/h.
1968 kam mit dem „7 Litri“ das Nonplusultra der ersten Serie auf den Markt. Seine 7 Liter große Variante leistete knapp 400 PS und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von fast 300 km/h. Das Nachfolgemodell des „7 Litri“ war von 1970 bis 1972 der Grifo „Can Am“ mit einer 7,4 Liter großen Version des gleichen Triebwerks, die 406 PS parat hielt. Parallel gab es eine 5,7 Liter große Motorisierung des Chevrolet Turbofire mit Leistungen zwischen 300 und 365 PS.
Die hybride Kombination war seinerzeit durchaus populär und erlaubte dem Fahrer einen vergleichsweisen entspannten Genuss, war das ausgereifte US-Aggregat doch schon tausendfach bewährt und somit unkompliziert und zuverlässig. Diese Antriebtechnik wurde kombiniert mit den positiven Eigenschaften, die Italien zu bieten hatte: Design, Stil und Handwerkskunst.
Von 1965 bis 1974 wurden insgesamt 412 Exemplare des Iso Grifo gefertigt, davon entfielen 70 Fahrzeuge auf den „7 Litri“ und 25 auf den „Can Am“.
