Lagonda V12 Drophead Coupé
Highlights
Daten & Fakten
Dieses Fahrzeug
Der Lagonda V12 Drophead Coupé zählt zu den faszinierendsten britischen Luxusautomobilen der späten Vorkriegszeit. Mit seinem von W. O. Bentley entwickelten Zwölfzylindermotor, der eleganten offenen Werkskarosserie und seiner äußerst geringen Produktionszahl nimmt dieses Modell innerhalb der Geschichte der Marke Lagonda eine besondere Stellung ein. Bis heute gilt der V12 als Höhepunkt der Vorkriegsentwicklung des traditionsreichen Herstellers.
Die umfangreich erhaltenen Unterlagen ermöglichen es, die Geschichte dieses Automobils bis zu seiner Bestellung am 17. Mai 1938 und seiner Auslieferung an den ersten Eigentümer L. Rose am 15. Juli 1938 zurückzuverfolgen. Aus den historischen Dokumenten geht hervor, dass der Wagen ursprünglich in Schwarz mit feinen silbernen Zierlinien sowie bordeauxrotem Lederinterieur ausgeliefert wurde. Bereits aus den ersten Betriebsjahren sind Werkstatt- und Serviceeinträge überliefert, die den außergewöhnlich hohen Dokumentationsgrad dieses Fahrzeugs unterstreichen.
In den folgenden Jahrzehnten verblieb der Lagonda zunächst in Großbritannien, bevor er in den 1960er-Jahren nach Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, gelangte. Dort befand sich das Fahrzeug über viele Jahre im Besitz von W. L. D. Player, der umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchführen ließ. Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien im Jahr 1982 wurde der Wagen schließlich im Jahr 2000 von jetzigem Eigentümer übernommen, der ihn über rund 25 Jahre hinweg mit außergewöhnlicher Hingabe pflegte und regelmäßig auf internationalen Ausfahrten sowie Veranstaltungen des Lagonda Clubs bewegte. Ein sorgfältig geführtes Fahrtenbuch, zahlreiche Wartungsunterlagen sowie eine umfassende Dokumentation der technischen Arbeiten zeichnen diese außergewöhnlich lange Eigentümerschaft eindrucksvoll nach.
Besondere Aufmerksamkeit galt während dieser Zeit stets der technischen Zuverlässigkeit des Fahrzeugs. Der originale Motor ist ebenso erhalten geblieben wie zahlreiche weitere Originalkomponenten. Gleichzeitig wurden verschiedene technische Verbesserungen – darunter unter anderem zusätzliche elektrische Benzinpumpen, eine elektronische Zündung sowie Optimierungen einzelner Fahrwerks- und Schmiersystemkomponenten – mit großer Sorgfalt ausgeführt. Nach Angaben des Eigentümers erfolgten diese Maßnahmen grundsätzlich so, dass eine Rückführung in den ursprünglichen Auslieferungszustand möglich bleibt.
Welchen Stellenwert dieses Fahrzeug innerhalb der internationalen Lagonda-Gemeinschaft genießt, verdeutlicht auch ein persönliches Schreiben des langjährigen Präsidenten des Lagonda Club. Darin würdigt er den hervorragenden Pflegezustand, die außergewöhnliche Zuverlässigkeit sowie die regelmäßige Teilnahme des Fahrzeugs an internationalen Ausfahrten und bezeichnet das V12 Drophead Coupé als eines der schönsten Beispiele der Lagonda-Karosseriebaukunst.
Heute präsentiert sich dieser Lagonda V12 Drophead Coupé als außergewöhnlich authentisches Sammlerautomobil mit dokumentierter Besitzer- und Wartungshistorie über mehr als acht Jahrzehnte. Die Verbindung aus original erhaltenen Hauptkomponenten, sorgfältiger technischer Betreuung und einer bemerkenswert umfassenden Dokumentation macht diesen Wagen zu einer seltenen Gelegenheit für Sammler.
Modellgeschichte
Eigentlich wollte er Opernsänger werden: der Gründer von Lagonda Motor Co. Ltd., Wilbur Gunn aus Ohio, war 1898 nach London gereist um seine Stimme weiter auszubilden. Er entschied sich dann aber für seine technische Begabung und gründete ein Jahr später die Firma Lagonda, die mit dem Bau von Motorrädern und dreirädrigen Gefährten begann. Ab 1909 entstanden die ersten Automobile.
Jahrzehnte später, nach glanzvollen Rennerfolgen in LeMans, aber wirtschaftlich turbulenten Zeiten wurde Lagonda vom neuen Inhaber Alan Good, welcher die Marke vor der Insolvenz rettete, schließlich komplett umgekrempelt. Als er 1935 die Leitung übernahm hatte er ein klares Ziel für Lagonda vor Augen: innerhalb der nächsten zwei Jahre sollte das beste Auto der Welt den Namen Lagonda tragen. Um dieses Ziel zu verwirklichen warb Alan Good ein hochkarätiges Ingeneursteam bei Rolls-Royce Motors, mit niemand geringerem als Walter Owen Bentley an der Spitze ab.
Im Zuge der Neuausrichtung konzentrierte man sich somit auf das Luxussegment. Der visionäre Geist gipfelte im Jahr 1936 in dem Entwurf eines neuen, spektakulären Meisterwerks, welcher 1938 offiziell vorgestellt wurde: dem Lagonda V12.
Das absolute Herzstück dieses Modells war ein technisches Kunstwerk, welches von Walter Owen Bentley höchstpersönlich entworfen wurde. Er konstruierte einen hochentwickelten 4,5-Liter-V12-Motor mit einer oben liegenden Nockenwelle pro Zylinderbank. Das Triebwerk leistete vorerst rund 180 PS (V12 Sanction I), später im V12 Sanction II dann sogar knapp über 200 PS. Diese PS verliehen dem schweren Wagen in Kombination mit seinem seidenwechem Lauf die Souveränität eines echten Supersportwagens seiner Zeit.
Besonders begehrt war die Karosserieform des Drophead Coupés (DHC). Da Lagonda traditionell nur fahrbereite Chassis auslieferte, unterschied sich das Erscheinungsbild der einzelnen Lagondas V12 je nach gewähltem Designer und Karosseriebauunternehmen (Coachbuilder). Zwar stammte eine Großzahl der eleganten Werkskarossen vom hauseigenen jungen Designer Frank Feeley, doch anspruchsvollere Kunden ließen das nackte Fahrgestell häufig individuell und extern einkleiden.
Zwischen 1939 und 1940 verließen nur rund 189 Exemplare des Lagonda V12 das Werk, darunter etwa 150 Lagonda V12 Sanction I und rund 40 Lagonda V12 Sanction II. Die Kombination aus der so geringen Stückzahl und der wegweisenden Motorenbaukunst von Walter Owen Bentley macht dieses Automobil heute zu einem der wertvollsten Juwelen des klassischen britischen Handwerks.
Dieses Fahrzeug
Der Lagonda V12 Drophead Coupé zählt zu den faszinierendsten britischen Luxusautomobilen der späten Vorkriegszeit. Mit seinem von W. O. Bentley entwickelten Zwölfzylindermotor, der eleganten offenen Werkskarosserie und seiner äußerst geringen Produktionszahl nimmt dieses Modell innerhalb der Geschichte der Marke Lagonda eine besondere Stellung ein. Bis heute gilt der V12 als Höhepunkt der Vorkriegsentwicklung des traditionsreichen Herstellers.
Die umfangreich erhaltenen Unterlagen ermöglichen es, die Geschichte dieses Automobils bis zu seiner Bestellung am 17. Mai 1938 und seiner Auslieferung an den ersten Eigentümer L. Rose am 15. Juli 1938 zurückzuverfolgen. Aus den historischen Dokumenten geht hervor, dass der Wagen ursprünglich in Schwarz mit feinen silbernen Zierlinien sowie bordeauxrotem Lederinterieur ausgeliefert wurde. Bereits aus den ersten Betriebsjahren sind Werkstatt- und Serviceeinträge überliefert, die den außergewöhnlich hohen Dokumentationsgrad dieses Fahrzeugs unterstreichen.
In den folgenden Jahrzehnten verblieb der Lagonda zunächst in Großbritannien, bevor er in den 1960er-Jahren nach Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, gelangte. Dort befand sich das Fahrzeug über viele Jahre im Besitz von W. L. D. Player, der umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchführen ließ. Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien im Jahr 1982 wurde der Wagen schließlich im Jahr 2000 von jetzigem Eigentümer übernommen, der ihn über rund 25 Jahre hinweg mit außergewöhnlicher Hingabe pflegte und regelmäßig auf internationalen Ausfahrten sowie Veranstaltungen des Lagonda Clubs bewegte. Ein sorgfältig geführtes Fahrtenbuch, zahlreiche Wartungsunterlagen sowie eine umfassende Dokumentation der technischen Arbeiten zeichnen diese außergewöhnlich lange Eigentümerschaft eindrucksvoll nach.
Besondere Aufmerksamkeit galt während dieser Zeit stets der technischen Zuverlässigkeit des Fahrzeugs. Der originale Motor ist ebenso erhalten geblieben wie zahlreiche weitere Originalkomponenten. Gleichzeitig wurden verschiedene technische Verbesserungen – darunter unter anderem zusätzliche elektrische Benzinpumpen, eine elektronische Zündung sowie Optimierungen einzelner Fahrwerks- und Schmiersystemkomponenten – mit großer Sorgfalt ausgeführt. Nach Angaben des Eigentümers erfolgten diese Maßnahmen grundsätzlich so, dass eine Rückführung in den ursprünglichen Auslieferungszustand möglich bleibt.
Welchen Stellenwert dieses Fahrzeug innerhalb der internationalen Lagonda-Gemeinschaft genießt, verdeutlicht auch ein persönliches Schreiben des langjährigen Präsidenten des Lagonda Club. Darin würdigt er den hervorragenden Pflegezustand, die außergewöhnliche Zuverlässigkeit sowie die regelmäßige Teilnahme des Fahrzeugs an internationalen Ausfahrten und bezeichnet das V12 Drophead Coupé als eines der schönsten Beispiele der Lagonda-Karosseriebaukunst.
Heute präsentiert sich dieser Lagonda V12 Drophead Coupé als außergewöhnlich authentisches Sammlerautomobil mit dokumentierter Besitzer- und Wartungshistorie über mehr als acht Jahrzehnte. Die Verbindung aus original erhaltenen Hauptkomponenten, sorgfältiger technischer Betreuung und einer bemerkenswert umfassenden Dokumentation macht diesen Wagen zu einer seltenen Gelegenheit für Sammler.
Modellgeschichte
Eigentlich wollte er Opernsänger werden: der Gründer von Lagonda Motor Co. Ltd., Wilbur Gunn aus Ohio, war 1898 nach London gereist um seine Stimme weiter auszubilden. Er entschied sich dann aber für seine technische Begabung und gründete ein Jahr später die Firma Lagonda, die mit dem Bau von Motorrädern und dreirädrigen Gefährten begann. Ab 1909 entstanden die ersten Automobile.
Jahrzehnte später, nach glanzvollen Rennerfolgen in LeMans, aber wirtschaftlich turbulenten Zeiten wurde Lagonda vom neuen Inhaber Alan Good, welcher die Marke vor der Insolvenz rettete, schließlich komplett umgekrempelt. Als er 1935 die Leitung übernahm hatte er ein klares Ziel für Lagonda vor Augen: innerhalb der nächsten zwei Jahre sollte das beste Auto der Welt den Namen Lagonda tragen. Um dieses Ziel zu verwirklichen warb Alan Good ein hochkarätiges Ingeneursteam bei Rolls-Royce Motors, mit niemand geringerem als Walter Owen Bentley an der Spitze ab.
Im Zuge der Neuausrichtung konzentrierte man sich somit auf das Luxussegment. Der visionäre Geist gipfelte im Jahr 1936 in dem Entwurf eines neuen, spektakulären Meisterwerks, welcher 1938 offiziell vorgestellt wurde: dem Lagonda V12.
Das absolute Herzstück dieses Modells war ein technisches Kunstwerk, welches von Walter Owen Bentley höchstpersönlich entworfen wurde. Er konstruierte einen hochentwickelten 4,5-Liter-V12-Motor mit einer oben liegenden Nockenwelle pro Zylinderbank. Das Triebwerk leistete vorerst rund 180 PS (V12 Sanction I), später im V12 Sanction II dann sogar knapp über 200 PS. Diese PS verliehen dem schweren Wagen in Kombination mit seinem seidenwechem Lauf die Souveränität eines echten Supersportwagens seiner Zeit.
Besonders begehrt war die Karosserieform des Drophead Coupés (DHC). Da Lagonda traditionell nur fahrbereite Chassis auslieferte, unterschied sich das Erscheinungsbild der einzelnen Lagondas V12 je nach gewähltem Designer und Karosseriebauunternehmen (Coachbuilder). Zwar stammte eine Großzahl der eleganten Werkskarossen vom hauseigenen jungen Designer Frank Feeley, doch anspruchsvollere Kunden ließen das nackte Fahrgestell häufig individuell und extern einkleiden.
Zwischen 1939 und 1940 verließen nur rund 189 Exemplare des Lagonda V12 das Werk, darunter etwa 150 Lagonda V12 Sanction I und rund 40 Lagonda V12 Sanction II. Die Kombination aus der so geringen Stückzahl und der wegweisenden Motorenbaukunst von Walter Owen Bentley macht dieses Automobil heute zu einem der wertvollsten Juwelen des klassischen britischen Handwerks.
