Mercedes Benz 500 K Cabriolet A Einzelanfertigung
Highlights
Daten & Fakten
Dieses Fahrzeug
Dieser Mercedes Benz 500 K als Cabriolet A wurde laut vorliegendem Auszug des Kommissionsbuches am 10. September 1934 über den Mercedes Benz Vertreter Carlo Saporiti in Mailand, Italien, bestellt. Die Fertigstellung und Auslieferung erfolgte dann im Dezember 1934. Es handelte sich um eine Sonderausführung des 500 K Cabriolet A mit einer wunderschönen Heckpartie, die gegenüber der Serienversion deutlich attraktiver und eleganter gestaltet ist.
Die Erstauslieferung erfolgte über Saporiti an einen Herrn in Palermo (Name bekannt), wo der Wagen dann den 2. Weltkrieg überstand und bis etwa zum Ende der 1960er Jahre in Besitz blieb. Dann gelangte das Cabriolet A in die USA zu einem Sammler für Kompressor-Mercedes. Er ließ die Lackierung, das Leder-Interieur und das Verdeck erneuern, die Technik blieb jedoch weitgehend unangetastet. In den 1980er Jahre kam der Wagen dann zurück nach Europa, und zwar nach Österreich in die Automobilsammlung von Schloss Kremsegg. Im Zuge dessen wurden auch diverse Restaurierungsarbeiten unternommen. Zur Jahrtausendwende wechselte dieses besondere Cabriolet A zu seinem vorletzten Eigentümer (Name bekannt) nach Norditalien, wo es weitere 20 Jahre verblieb. Im Jahr 2021 wurde es dann über EBERHARD THIESEN an seinen aktuellen Eigentümer in Deutschland verkauft.
Dieser Besitzer ließ das Cabriolet A in den letzten vier Jahre die Technik ohne Rücksicht auf die Kosten aufwendig überholen. Im Zuge dessen wurde der Motor zerlegt, die Komponenten überprüft und wo nötig entsprechend überholt. Das gleiche gilt für den Kompressor und die Motoranbauteile einschließlich des Kühleraufsatzes.
Darüber hinaus wurden die Lenkung, die Bremsen inklusive Bremsleitungen geprüft und fachmännisch überholt sowie ein neuer Tank angefertigt. Um der Originalität gerecht zu werden, wurde die vorhandene doppelflutige Auspuffanlage auf die originale einflutige Anlage zurückgebaut. Diese Arbeiten bei einem bekannten Spezialisten für Kompressor-Mercedes-Fahrzeuge durchgeführt. Die Rechnungen belaufen sich auf insgesamt rund 180.000 EUR.
Zudem erhielt der 500 K neue Teppichverkleidungen in schwarz. Ein weiteres schönes und wertiges Detail sind die originalen Scheinwerfergläser eines 500 K, die der Besitzer aufgetan hat, so dass es sich nicht um Nachfertigungen handelt. In diesem erneuerten Zustand wurde der Wagen vom Besitzer regelmäßig über Strecken von 100 bis 200 km gefahren. So präsentiert sich dieses 500 K Cabriolet A in einem hervorragenden Zustand.
Für den Kenner solcher Kompressor-Modelle offenbart sich die Besonderheit der Sindelfinger Werkskarosserie. Denn dieses Exemplar verfügt über ein sehr elegantes, schräg abfallendes Heck mit einer Gepäckbrücke, das deutlich attraktiver wirkt als das gewöhnliche Design des Cabriolet A. So gestaltet verleiht es dem Wagen zusammen mit der langen Motorhaube, dem kurzen Passagierabteil, der niedrigen Scheibenanlage sowie dem kompakten Verdeck (in geschlossenem Zustand) eine besonders elegante und zugleich sportliche Linienführung. Sie wird zusätzlich durch die seltene Fahrgestell-Variante mit zurückgesetztem Motor betont, da die Front so graziler erscheint.
Dieses spezielle Cabriolet A ist eine Bereicherung für jede Kompressor-Mercedes Sammlung, in der schon verschiedene Modelle vorhanden sind. Wir finden, Sterne kann man nie genug haben.
Modellgeschichte
Mit der Leistung des Modells 380 (1933-1934) war die anspruchsvolle Klientel von Mercedes Benz bald unzufrieden, insbesondere auch weil man die großvolumigen und leistungsstarken Modelle der vorherigen Mercedes "S"-Familie (S, SS und SSK) schätzen gelernt hatte. Schnell entwickelte man bei Mercedes im Jahr 1934 aus dem 380er den nachfolgenden 500 K (Baureihe W29), dessen offizielle Bezeichnung vorerst "Typ 500 mit Kompressor" lautete.
Sein neuer Motor mit zuschaltbarem Roots Kompressor hatte nun 5 Liter Hubraum und die Motorleistung betrug sodann 100 PS ohne und 160 PS mit Kompressor. Die erzielbare Höchstgeschwindigkeit lag bei 160 km/h. Die Modifikation des Motors war umfangreich und erforderte auch eine neue Kurbelwelle. Als Getriebe kam beim 500 K ein Schnellgang-Getriebe mit halbautomatischer Schaltung zum Einsatz. Beim Schalten vom dritten (direkten) Gang in den Schnellgang brauchte die Kupplung nicht betätigt zu werden.
Die Premiere des 500 K war auf der Internationalen Automobil- und Motorradausstellung (IAMA) in Berlin. Und zwar in einer spektakulären Version als sogenannter "Autobahn-Kurierwagen", der in „Einzelspezial-ausführung“ für hohe Geschwindigkeit konstruiert war.
Der 500 K war in sieben Karosserie-Varianten lieferbar: Außer dem Fahrgestell eine 4-türige Limousine, zu seiner Zeit noch "Innenlenker" genannt, ein 2-sitziger Roadster mit zwei Notsitzen, die Cabriolets A, B und C sowie ein 2-türiger offener Tourenwagen.
Im Herbst 1934 wurde für den 500 K auf dem Pariser Automobil-Salon ein sehr eleganter Spezial-Roadster vorgestellt, der einen Mehrpreis von 4.000 Reichsmark hatte. Die Modelle Roadster, Spezial-Roadster, Cabriolet A und Autobahn-Kurier wurden auf dem Fahrgestell mit zurückgesetztem Motor aufgebaut, bei dem Kühler, Motor-Getriebe-Einheit, Lenkgetriebe und Sitze gut 10 cm nach hinten versetzt waren. Zudem waren „Rolling Chassis“ für Sonderkarosserien bestellbar.
Auch wenn die Stückzahlen wie eine Serienproduktion erscheinen, so entstanden diese Fahrzeuge in einer manufakturartigen Fertigung weitgehend individuell und in Handarbeit. Der Sindelfinger Sonderwagenbau erreichte mit den Karossen für die Achtzylinder-Typen ein allgemein anerkanntes und kaum zu übertreffendes Niveau in Schönheit und Qualität der Ausführung. Insgesamt wurden vom 500 K lediglich 342 Exemplare zwischen 1934 und 1936 gefertigt, bevor der Hubraum des Motors vergrößert wurde und der 540 K die Nachfolge antrat.
Dieses Fahrzeug
Dieser Mercedes Benz 500 K als Cabriolet A wurde laut vorliegendem Auszug des Kommissionsbuches am 10. September 1934 über den Mercedes Benz Vertreter Carlo Saporiti in Mailand, Italien, bestellt. Die Fertigstellung und Auslieferung erfolgte dann im Dezember 1934. Es handelte sich um eine Sonderausführung des 500 K Cabriolet A mit einer wunderschönen Heckpartie, die gegenüber der Serienversion deutlich attraktiver und eleganter gestaltet ist.
Die Erstauslieferung erfolgte über Saporiti an einen Herrn in Palermo (Name bekannt), wo der Wagen dann den 2. Weltkrieg überstand und bis etwa zum Ende der 1960er Jahre in Besitz blieb. Dann gelangte das Cabriolet A in die USA zu einem Sammler für Kompressor-Mercedes. Er ließ die Lackierung, das Leder-Interieur und das Verdeck erneuern, die Technik blieb jedoch weitgehend unangetastet. In den 1980er Jahre kam der Wagen dann zurück nach Europa, und zwar nach Österreich in die Automobilsammlung von Schloss Kremsegg. Im Zuge dessen wurden auch diverse Restaurierungsarbeiten unternommen. Zur Jahrtausendwende wechselte dieses besondere Cabriolet A zu seinem vorletzten Eigentümer (Name bekannt) nach Norditalien, wo es weitere 20 Jahre verblieb. Im Jahr 2021 wurde es dann über EBERHARD THIESEN an seinen aktuellen Eigentümer in Deutschland verkauft.
Dieser Besitzer ließ das Cabriolet A in den letzten vier Jahre die Technik ohne Rücksicht auf die Kosten aufwendig überholen. Im Zuge dessen wurde der Motor zerlegt, die Komponenten überprüft und wo nötig entsprechend überholt. Das gleiche gilt für den Kompressor und die Motoranbauteile einschließlich des Kühleraufsatzes. Darüber hinaus wurden die Lenkung, die Bremsen inklusive Bremsleitungen geprüft und fachmännisch überholt sowie ein neuer Tank angefertigt. Um der Originalität gerecht zu werden, wurde die vorhandene doppelflutige Auspuffanlage auf die originale einflutige Anlage zurückgebaut. Diese Arbeiten bei einem bekannten Spezialisten für Kompressor-Mercedes-Fahrzeuge durchgeführt. Die Rechnungen belaufen sich auf insgesamt rund 180.000 EUR.
Zudem erhielt der 500 K neue Teppichverkleidungen in schwarz. Ein weiteres schönes und wertiges Detail sind die originalen Scheinwerfergläser eines 500 K, die der Besitzer aufgetan hat, so dass es sich nicht um Nachfertigungen handelt. In diesem erneuerten Zustand wurde der Wagen vom Besitzer regelmäßig über Strecken von 100 bis 200 km gefahren. So präsentiert sich dieses 500 K Cabriolet A in einem hervorragenden Zustand.
Für den Kenner solcher Kompressor-Modelle offenbart sich die Besonderheit der Sindelfinger Werkskarosserie. Denn dieses Exemplar verfügt über ein sehr elegantes, schräg abfallendes Heck mit einer Gepäckbrücke, das deutlich attraktiver wirkt als das gewöhnliche Design des Cabriolet A. So gestaltet verleiht es dem Wagen zusammen mit der langen Motorhaube, dem kurzen Passagierabteil, der niedrigen Scheibenanlage sowie dem kompakten Verdeck (in geschlossenem Zustand) eine besonders elegante und zugleich sportliche Linienführung. Sie wird zusätzlich durch die seltene Fahrgestell-Variante mit zurückgesetztem Motor betont, da die Front so graziler erscheint.
Dieses spezielle Cabriolet A ist eine Bereicherung für jede Kompressor-Mercedes Sammlung, in der schon verschiedene Modelle vorhanden sind. Wir finden, Sterne kann man nie genug haben.
Modellgeschichte
Mit der Leistung des Modells 380 (1933-1934) war die anspruchsvolle Klientel von Mercedes Benz bald unzufrieden, insbesondere auch weil man die großvolumigen und leistungsstarken Modelle der vorherigen Mercedes "S"-Familie (S, SS und SSK) schätzen gelernt hatte. Schnell entwickelte man bei Mercedes im Jahr 1934 aus dem 380er den nachfolgenden 500 K (Baureihe W29), dessen offizielle Bezeichnung vorerst "Typ 500 mit Kompressor" lautete.
Sein neuer Motor mit zuschaltbarem Roots Kompressor hatte nun 5 Liter Hubraum und die Motorleistung betrug sodann 100 PS ohne und 160 PS mit Kompressor. Die erzielbare Höchstgeschwindigkeit lag bei 160 km/h. Die Modifikation des Motors war umfangreich und erforderte auch eine neue Kurbelwelle. Als Getriebe kam beim 500 K ein Schnellgang-Getriebe mit halbautomatischer Schaltung zum Einsatz. Beim Schalten vom dritten (direkten) Gang in den Schnellgang brauchte die Kupplung nicht betätigt zu werden.
Die Premiere des 500 K war auf der Internationalen Automobil- und Motorradausstellung (IAMA) in Berlin. Und zwar in einer spektakulären Version als sogenannter "Autobahn-Kurierwagen", der in „Einzelspezial-ausführung“ für hohe Geschwindigkeit konstruiert war. Der 500 K war in sieben Karosserie-Varianten lieferbar: Außer dem Fahrgestell eine 4-türige Limousine, zu seiner Zeit noch "Innenlenker" genannt, ein 2-sitziger Roadster mit zwei Notsitzen, die Cabriolets A, B und C sowie ein 2-türiger offener Tourenwagen. Im Herbst 1934 wurde für den 500 K auf dem Pariser Automobil-Salon ein sehr eleganter Spezial-Roadster vorgestellt, der einen Mehrpreis von 4.000 Reichsmark hatte. Die Modelle Roadster, Spezial-Roadster, Cabriolet A und Autobahn-Kurier wurden auf dem Fahrgestell mit zurückgesetztem Motor aufgebaut, bei dem Kühler, Motor-Getriebe-Einheit, Lenkgetriebe und Sitze gut 10 cm nach hinten versetzt waren. Zudem waren „Rolling Chassis“ für Sonderkarosserien bestellbar.
Auch wenn die Stückzahlen wie eine Serienproduktion erscheinen, so entstanden diese Fahrzeuge in einer manufakturartigen Fertigung weitgehend individuell und in Handarbeit. Der Sindelfinger Sonderwagenbau erreichte mit den Karossen für die Achtzylinder-Typen ein allgemein anerkanntes und kaum zu übertreffendes Niveau in Schönheit und Qualität der Ausführung. Insgesamt wurden vom 500 K lediglich 342 Exemplare zwischen 1934 und 1936 gefertigt, bevor der Hubraum des Motors vergrößert wurde und der 540 K die Nachfolge antrat.
